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Infanteriestützpunkt 58 (1914)

Der Stützpunkt wurde während der ersten Wochen des Ersten Weltkrieges im Rahmen der Armierung der Festung Ulm erbaut. Er ist Teil des letzten vollständigen Befestigungsgürtels in der über 1000jährigen Festungsgeschichte Ulms, der die Stadt in einer Länge von 25 km umgab.

Infanteriestützpunkt 58 besteht aus sechs Wellblech-Beton-Unterständen unterschiedlicher Größe und Aufgabe (1 Unter- treteraum, 4 Wacht-Räume, 1 Verband- oder Sanitätsraum). Ein ovaler Schützengraben mit hölzernen Unterschlupfen und Beobachtungsständen umgab die Gruppe. Laufgräben verbanden Unterstände und Schützengraben miteinander. Zusammen mit den benachbarten Schützengräben 56, 57, 59-62 und Infanteriestützpunkt 63 bildete er den Abschnitt Neu-Ulm, der gegen einen Angriff auf Süden sicherte.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Anlagen überstanden die Betonbauten dieser Anlage die Desarmierung der Festung (1916-1922), die Sprengungen der Amerikaner (1947) und die jüngere Zerstörungswelle der Stadt Neu-Ulm (1999-2013) ohne wesentliche Substanzverluste. Beschädigungen traten nur während des Ausbaus einer benachbarten Flakstellung ein und betrafen ausschließlich das Innere des Untertreteraums. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwilderten die wie Inseln in den Äckern liegenden Unterstände. Müll wurde in größeren Mengen in die Gebäude gekippt.

2012 kaufte der Förderkreis die vier mittleren Bauwerke zum Schutz gegen eine mittelfristig geplante Bebauung des Geländes. Er begann im März 2013 mit dem Freilegen und dem Ausheben der zugeschütteten Unterstände. Die Wiederherstellung des abgebrochenen Mauerwerks ist mittlerweile beendet, die zubetonierten Türen geöffnet und die nach den Originalplänen wiederhergestellten Holztüren eingebaut.

Es ist die einzige erhaltene Befestigungsgruppe aus dem Ersten Weltkrieg auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und aus diesem Grund seit 1993 unter Denkmalschutz. Im Innern finden sich zahlreiche interessante bauliche Details und mehrere kleine Inschriften aus der Erbauungszeit. Der Stützpunkt dient als Außenstelle des Festungsmuseums Oberer Kuhberg; eine Besichtigung ist auf Anfrage möglich.

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Werk XXXV
Fort Oberer Eselsberg, Nebenwerk

Das kleine Außenfort liegt heute, umgeben von einem schmalen Grünstreifen, inmitten der Wissenschaftsstadt auf dem Oberen Eselsberg. Von der Cafeteria der Universität West hat man einen schönen Blick auf das Werk.

Seit Ende 2009 engagieren sich zahlreiche neue Mitglieder um die Bausubstanz zu verbessern bzw. Renovierungen im Innen- und Aussenbereich, neben unserem Schwerpunk im Festungsmuseum Fort Oberer Kuhberg, durchführen zu können.

Bis wir Ihnen einen vollständigen Bericht präsentieren können, verweisen wir auf die Veröffentlichungen unter "Aktuelles" (Bericht 1, Bericht 2 und Bericht 3)

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Werk XXIX
Fort Unterer Kuhberg

Das Fort Unterer Kuhberg wurde von 1846 bis 1858 zwischen der Illerstraße (B-311) und Römerstraße zur Sperrung des Kuhbergs und als Sicherung zur Donau hin erbaut. Es war mit maximal 1270 Mann belegt. Die trockenen Gräben der Halblünette werden in der Front von einer Doppel- und einer Halbcaponniere sowie in der Kehle durch eine turmartige Caponniere flankiert. Auf der Wallanlage wurde um 1880 nur eine geringe Anzahl an Hohltraversen zu Anpassung an die Anforderungen der Festungsartillerie errichtet.

Das bogenförmige Reduit diente als Defensivkaserne für das Ulmer Fußartillerie Bataillon. Im Inneren des Werkes entstanden im Laufe der Zeit zahlreiche Kasernen- und Nebengebäude. Das Fort wurde bis 1945 von verschiedenen Abteilungen des Militärs als Unterkunftsraum genutzt. Bei Bombenangriffen im 2. Weltkrieg wurde das teilweise als Luftschutzkeller ausgewiesene Fort von mehreren Sprengbomben getroffen, teils sind die Schäden noch heute sichtbar (Bresche in der linken Frontmauer).

In der Nachkriegszeit wurde die Anlage als Notunterkunft und als Standort vieler Kleinbetriebe genutzt. In diese Zeit fallen auch die größten Zerstörungen der Anlage wie das Ausbrechen von Fensteröffnungen, das Auffüllen der Grabenanlagen mit Müll und Schutt, das Abbrechen von Mauerdächern und die Vernachlässigung der Wallpflege. Erste Schritte zur Restaurierung / Sicherung des Werkes wurden seitens der Stadt Ulm bzw. des Bundes in den 1980er Jahren unternommen.

Nachdem die Bundeswehr die Anlage in den 1990 Jahren verlassen hat wurden die historischen Kasernengebäude von der Waldorfschule Ulm genutzt. Zahlreiche Neubauten wurden im Inneren des Werkes errichtet und bestehende Gebäude unschön aufgestockt. Im Reduit sind verschiedene Ulmer Vereine untergebracht.

Im Winter 2007 hat der Förderkreis zusammen mit der Feuerwehr Ulm eine erste Arbeitsaktion im Bereich der rechten Halbcaponniere durchgeführt. Auf dem Erddach und der Mauer wurden kleinere Bäume und Büsche entfernt, die mit ihren Wurzeln bereits das Mauerwerk erheblich beschädigt hatten.

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Werk XXXIX
Fort Albeck

Das Fort Albeck wurde 1846 bis 1859 auf der Kuppe des Safranberges erbaut. Es war mit maximal 1340 Mann belegt und ist das größte Außenfort der Bundesfestung Ulm. Das Fort befindet sich großteils im Besitz der Bundesrepublik Deutschland, der Bereich des Reduit gehört zu den Liegenschaften der Stadt Ulm.

Der umlaufende, trockene Graben wird von zwei mächtigen Grabenstreichen in der Front und dem über die Kehlmauer überstehenden Reduit flankiert. Die Wallanlagen wurden 1880 an die neuen Anforderungen der Festungsartillerie angepasst und mit Hohltraversen und Ladesystemen ausgestattet. Das bogenförmige Reduit ist eines der schönsten Gebäude der Festung. Eine Besonderheit des Forts sind die drei noch erhaltenen Blockhäuser im gedeckten Weg.

Das Fort wurde ab 1897 als Kaserne und Teile des Außengeländes bis zum 1.Weltkrieg als Landübungsplatz des Ulmer Pionierbataillons genutzt. Bei Bombenangriffen im 2.Weltkrieg wurde das Werk teils schwer beschädigt.

In der Nachkriegszeit wurde das Fort als Wohnort und von kleineren Handwerksbetrieben genutzt. Durch die mangelnde Pflege (mangelnde Instandhaltung der Mauerabdeckungen) und der widerrechtlichen Errichtung von Schuppen und Lagerhäusern sowie der Auffüllung der Grabenanlagen begann der Verfall der Anlage, welcher bis heute fortschreitet.

Mitte der 1990er Jahre wurde durch den Förderkreis ein kleiner Bereich um das Reduit vom Wildbewuchs befreit.
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Werk XL
Fort Safranberg


Das Fort Safranberg wurde 1855 bis 1858 am östlichen Abhang des Safranbergs als Halblünette erbaut. Es ist das kleinste Außenfort der Bundesfestung Ulm und war mit maximal 66 Mann belegt. Ein Rundturm mit separatem Eingang, mit einem Pulvermagazin im Mittellager sowie eine kleine Abortkasematte, diente als Reduit. Der Wall wurde 1880 mit zwei Erdtraversen ergänzt. Am linken Ende des Walls befindet sich ein weiteres Pulvermagazin und eine zusätzliche Abortkasematte. Das in der linken Kehlmauer befindliche Werkstor wurde 1885 tiefer gelegt und mit einem eisernen Hindernisgitter gesichert.

Das Fort befindet sich seit 1995 im Eigentum des Förderkreis Bundesfestung Ulm e. V. Seitdem wurde der durch die jahrzehntelange Vernachlässigung entstandene Wildbewuchs entfernt. Die Latrine wurde renoviert, die krenelierten Mauerzüge erhielten einen neuen Dachstuhl mit Ziegelbedachung und zwischen 2005 –07 wurde die Dachentwässerung, die Dosdanierung, des Reduits saniert. Dies war notwendig geworden, da die Wurzeln der mächtigen Bäume das Entwässerungssystem zerstört hatten und Wasser in das Gebäude drang. Hierzu mussten rund 750 cbm Erde auf dem Dach bewegt werden. Über eine selbst angefertigte Holzrampe konnte der Radlader hinauf fahren.

Vor dem Eingang zum Reduit wurde in der Zwischenzeit auch das Widerlager der Klappbrücke, die in naher Zukunft rekonstruiert werden soll, freigelegt. Den Abschluss der Arbeiten bildet die Rekonstruktion der Geländeformen im Kehlbereich des Forts.

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Ausgegrabenes Widerlager der Klappbrücke vor dem Reduit
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